Warum sich die Zufuhr unterscheidet
Kreatin kommt vor allem in tierischem Gewebe wie Fleisch, Fisch und Geflügel vor. Die systematische Übersicht beschreibt deshalb eine deutlich geringere Zufuhr bei vegetarischer Ernährung. Eier und Milchprodukte tragen nur kleine Mengen bei; bei veganer Ernährung fehlt eine nennenswerte äußere Quelle nahezu vollständig.
Der Körper bildet Kreatin auch selbst. Weniger Kreatin aus Lebensmitteln ist daher weder eine Diagnose noch der Beweis, dass eine Person ein Supplement braucht. Das NIH weist außerdem darauf hin, dass die Reaktion auf eine Einnahme von mehreren Faktoren abhängt. Niedrigere Muskelwerte bei vegetarisch lebenden Menschen können mit einer stärkeren Reaktion zusammenhängen, garantieren sie aber nicht.
Was die Studie mit 40 Frauen zeigte
Die randomisierte Untersuchung begleitete 40 Frauen, die zuvor omnivor gegessen hatten. Zehn behielten diese Ernährung bei. Je 15 wechselten für sechs Monate zu einer vegetarischen Ernährung, einmal ohne Supplement und einmal mit täglich 1 g Kreatinmonohydrat plus Beta-Alanin.
Nach drei Monaten waren in der vegetarischen Gruppe ohne Supplement sowohl das Kreatin im Plasma als auch der gesamte Kreatingehalt im untersuchten Muskel gesunken. In der kombinierten Supplementgruppe stieg das Plasma-Kreatin gegenüber dem Ausgangswert.
Die Studie untersuchte einen zeitlich begrenzten Wechsel bei zuvor omnivor lebenden Frauen. Ihre Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf langjährig vegetarisch oder vegan lebende Frauen übertragen. Weil die Supplementgruppe zugleich Kreatin und Beta-Alanin erhielt, entsteht daraus auch kein persönlicher Einnahmeplan.
Was bei Leistung und Alltag offenbleibt
Die systematische Übersicht nahm elf Volltexte zu neun Studien auf. Sie berichtete nach einer Kreatineinnahme häufig höhere Kreatin- oder Phosphokreatinwerte bei vegetarisch lebenden Teilnehmenden. Ob sich die sportliche Leistung stärker verbesserte als bei omnivor lebenden Vergleichspersonen, blieb jedoch uneinheitlich.
Die Autorinnen und Autoren stuften das Verzerrungsrisiko der eingeschlossenen Studien als moderat bis hoch ein. Die Daten rechtfertigen deshalb keine pauschale Aussage für jede vegetarische oder vegane Frau.
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